Mittwoch, 25. September 2013

Das Land, wo die Zitronen blühen …



Nach einer letzten Nacht in Argelès sur Mer machen wir uns auf der kleinen Küstenstraße auf nach Spanien. 
Markt in Argelès sur Mer

Bus in der Bottle
ganz links da liegt schon Spanien
Den Tipp von Massimo von den Catalanischen VW-Freunden, unbedingt die Küste lang zu fahren und Llanca, Cap de Creus und Roses zu besuchen, wollen wir in die Tat umsetzen und auf diesem Weg dann unser erstes Etappenziel Figueres ansteuern.
Passhöhe mit Grenzstation bei Cebere
Über den kleinen Grenzpunkt bei Cebere gelangen wir dann nach Spanien.
Die Straße ist sehr, sehr kurvig und in einem alten Bus ohne Servolenkung anstrengend zu fahren. Aber die Aussicht lohnt sich wirklich.





Am Spätnachmittag sind wir dann in Figueres, der ersten größeren Stadt in Katalonien.
Hier haben wir dann wieder wie in jedem Land erst einmal die erste größere Herausforderung in unserem gar nicht vereinten Europa zu bewältigen: eine funktionirende SIM-Karte für unser „mobile WIFI“. Aktuell soll Vodafon das beste Angebot mit 2GB/Monat  haben. Wir suchen also den Vodafon-Shop. Einige Kunden sind vor uns, es dauert ! Um dann zu hören, dass es das Angebot, das auch im gültigen Septemberkatalog offeriert wird, nicht gibt. Sie hätten keine SIM-Karten mehr, wüssten auch nicht, wann die wieder rein kommen.Alternativ-Tipps konnte uns die Dame auch nicht geben.
Also doch etwas, was Europa eint: die Service-Wüste, die wir ja auch aus Deutschland schon kennen ? .-)

Ich frage mich dann auf der Straße bei Jugendlichen nach dem Phonehouse-Shop durch.
Dort haben wir Glück: Die sehr kompetente Dame dort kann uns von Vodafon einen Tarif anbieten mit 1,5 GB/Monat (reicht uns)  und das Ganze auch noch 40 EUR billiger !!!!

Sie richtet mir alles ein und schaltet auch die Karte frei. Danke an Laura. Super Job!
Wer die Daten braucht:
Die Karte heisst: SIM only Smart, kostet nur 10 EUR, die man auch vertelefonieren kann
und dazu bucht man dann die Flatrate je nach Bedarf.
Zum Einstellen:
Name              VODAFON ES (Leerzeichen dazwischen und Großbuchstaben)
APN;               airtelwap.es
Username:      wap@wap
Passwort:       wap125
Tipe:               default

Nach einem kleinen Bummel suchen wir uns dann einen Schlafplatz.

Die nächste Europahürde (Thema Gasflasche) ist dann nicht mehr so einfach zu nehmen.
Aber dazu später mehr. Es gibt ja keine Probleme, sondern nur Herausforderungen.

Von Figueres aus fahren wir dann nach Girona weiter.
Parken kann man hier sehr bequem am Busbahnhof. Von dort kommt man über eine Fußgängerbrücke direkt in die Altstadt. Der historische Stadtkern ist sehenswert und das
Jüdische Viertel aus Mittelalter ist nahezu vollständig erhalten.


Kathedrale Santa Maria

Das Jüdische Vierte, genannt "Call
"

das besterhltenste Viertel in Europa (12. Jahrhundert)

im Jüdischen Museum



Abends fahren wir dann noch ans Meer nach Sant Feliu de Guixois. Hier gibt es eine schöne Badebucht, ein paar reizvolle Wanderwege und einen kostenlosen Wohnmobilstellplatzvom Touristenbüro mit Ver- und Entsorgung. 
Bis Freitag wollen wir hier bleiben und dann zum VW-Treffen nach Tossa de Mar fahren.

Außerdem wollen wir uns um das Thema Gas kümmern. Aus Deutschland haben wir
nur eine Flasche mitgebracht. Man lernt ja aus Erfahrung (siehe Italien).
Leider ist es in Spanien noch komplizierter. Adapter nutzen hier wenig. Und die für die Flaschen passenden Aufsätze mit integriertem Druckminderer sind alle für Schlauchanschlüsse.
Die Idee, den deutschen Schlauch halt einfach durchzuschneiden, bringt uns leider auch nicht weiter: der deutsche Schlauch hat einen Innendurchmesser von 6 mm, der spanische misst 9 mm. Erste Hilfe bekomme ich in einer kleinen Bootsmotoren-Werkstatt. Die haben
ein Verbindungsstück, das für die Schläuche passt. Die Gasflasche besorgen wir im Tausch.

Der Tipp von einem belgischen Camper ist Gold wert: Die Antik- und Trödelläden bieten leere Gasflaschen an, die man dann ohne großen Aufwand beim Kauf einer vollen Flasche eintauschen kann. Leere Flaschen gibt es auch öfter auf dem Markt bei einem Trödler zu kaufen. Den Flaschenanschluss sollte man aber aus Sicherheitsgründen immer neu kaufen!
Auf jeden Fall sollte man sich aus Deutschland einen Schlauch und ein Reduzierstück 9 auf 6 mm mitbringen. Dass es noch eine bessere, sicherere und elegantere Lösung gibt, haben wir dann von einem Saarbrücker Camper erfahren:  im Profibereich gibt es auch Flaschenaufsätze mit Schraubanschluß für einen Druckminderer.  Das Teil nennt sich:
„Regulador presiòn graduable, per Salida 0 – 3 bar”. Daran lässt sich der deutsche Anschluß direkt anschrauben. Sicherheitshalber haben wir noch eine schwarze Gummidichtung drauf gesetzt. Das Teil gibt es nicht im Campingladen und auch nicht in den Baumärkten. 
Fragt nach einem Geschäft für Installateurbedarf –  
Shop per „Materials Fontacheria i Sanitaris“.
Die haben das Ding da. Kostet rund 12 EUR.

Ich versteh‘ es nur nicht, dass nach 57 Jahren EU (1956 in Rom als EWG gegründet)
immer noch keine einheitliche Steckdose und keine einheitlichen Gasanschlüsse und Gasflaschen existieren. Sich darüber Gedanken zu machen, dafür haben wohl unsere Europaabgeordneten keine Zeit? Die sind da wohl mehr mit der Einrichtung von Auto-Verbotszonen und dem Verbot von Kinderspielzeug beschäftigt :-) .

Nix von wegen „Freie Fahrt für freie Bürger!“ Ich finde, das ist wirklich traurig.
Und jetzt ist sogar Kroatien in der EU, aber das Übernachtungsverbot aus den Tagen des Kommunismus ist trotzdem nicht aufgehoben. Eigentlich m.E. ein Unding!
So etwas gehört abgeschaft und als Grundbedingung in die Aufnahmeverhandlungen.

In Sant Feliu de Guixois verbringen wir die Zeit mit Baden und Bummeln.






Interessant ist die alte Hafenstadt und ihre Historie. Schon im Mittelalter hat man hier
große Segelschiffe am Strand des Natrurhafens auf Kiel gelegt. 

Die Unterkunft für die Schiffbrüchigen
Recht früh gab es hier auch schon ein Zuflucht für schiffsbrüchige Seeleute. Und im Museum am Hafen steht noch eine alte Schmalspurlok von Krauß-Maffei, die vor über 100 Jahren die Bahnstrecke über Tossa de Mar bis nach Blanes befuhr.

Leider wurde ein Großteil der Altstadt im Bürgerkrieg ( 1937 bis 1939) durch einen Bombenangriff zerstört. Aber einige alte Ecken sind noch erhalten.
das alte Casino